Facebook-Urteil zeigt die Bedeutung des digitalen Nachlasses auf

Am 12. Juli erging durch den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ein Urteil, durch das den Eltern eines verstorbenen 15-jährigen Mädchens der Zugang zu ihrem Facebook-Konto gewährt wird. Facebook muss nun den Zugang zu dem Nutzerkonto ermöglichen, das mehr als fünf Jahre lang gesperrt war. Der Fall unterstreicht, wie wichtig die Planung des digitalen Erbes in der heutigen Welt geworden ist.

2012 wurde ein junges Mädchen von einer U-Bahn erfasst und starb an den Folgen. Seitdem haben ihre Eltern versucht, Zugang zu ihrem Facebook-Nutzerkonto zu erhalten, in der Hoffnung, mehr über die Umstände ihres Todes zu erfahren und emotional damit abschliessen zu können.

Aufgrund von Datenschutzbedenken lehnte es Facebook zunächst ab, den Zugang zum Nutzerkonto zu gewähren. 2015 entschied ein deutsches Gericht einer unteren Instanz zugunsten der Eltern. Zwei Jahre später urteilte ein Berufungsgericht in Berlin zugunsten Facebooks und gründete seine Entscheidung auf Datenschutzbedenken. Bei der Verkündung des endgültigen Urteils durch den BGH führte Richter Ulrich Hermann als wichtiges Argument die Praxis an, dass Briefe und private Tagebücher an die rechtmässigen Erben übergehen. Das Gericht argumentierte, dass digitale Inhalte nicht anders zu behandeln seien. Das Urteil ist wegweisend, da es als Grundsatzurteil für künftige Fälle dieser Art dienen wird.

90 Online-Konten pro Person

Der Facebook-Fall zeigt deutlich auf, dass der digitale Nachlass herausfordernd und komplex ist. Gemäss einer Studie aus dem Jahr 2015 verfügt der durchschnittliche Online-Nutzer über 90 Konten – Tendenz steigend. Einige beliebte Social Media- und E-Mail-Anbieter bieten eine gewisse Form der Unterstützung zum digitalen Erbe an. Es gibt jedoch erhebliche Unterschiede bei den Grundsätzen und Optionen für die Weitergabe von Daten. Einen Überblick über die Richtlinien zum digitalen Erbe einiger der beliebtesten Online-Dienste finden Sie in diesem Artikel.

Datenvererbungs-Funktion als Alternative

Bereits seit den Gründertagen sieht DSwiss – das Unternehmen hinter SecureSafe – das Datenerbe als eine wesentliche Herausforderung an. Jedes SecureSafe-Konto umfasst deshalb eine so genannte Datenvererbungs-Funktion. Diese Funktion ermöglicht es jedem Kontoinhaber, Begünstigte festzulegen, die ausgewählte Dateien und Passwörter erhalten sollen, wenn der Kontoinhaber stirbt. Der Vorteil: Die Nutzer müssen sich nicht mit den unterschiedlichen Richtlinien ihrer einzelnen Social Media-, E-Mail- oder Online-Dienstleister befassen, um ihr digitales Erbe zu regeln. Stattdessen sammeln sie alle wesentlichen Passwörter und Dateien an einem sicheren Ort und legen eindeutig fest, an wen sie was weitergeben möchten.

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